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24.06.2019

DEUTSCHER TANZPREIS 2019: PROGRAMM TANZ-GALA STEHT FEST

Der Deutsche Tanzpreis geht in diesem Jahr an den weltweit bekannten Tanzfotografen Gert Weigelt. Die Verleihung des ebenso traditionsreichen wie auf Innovation bedachten Preises am Samstag, 19. Oktober,
18 Uhr findet im Rahmen einer hochkarätigen Tanz-Gala im Aalto-Theater Essen unter Beteiligung von Kompanien wie dem Staatsballett Berlin und dem Ballett am Rhein und mit Choreografien von George Balanchine, Isabelle Schad und Martin Schläpfer statt.
Am Freitag, 18. Oktober, 19 Uhr werden zudem die Tanz- und Videokünstlerin Jo Parkes sowie die
Tänzerin und Choreografin Isabelle Schad auf PACT Zollverein in Essen für ihr Schaffen
ausgezeichnet. Die Ehrung ist eingebettet in die öffentliche Tagung POSITIONEN: TANZ.

Mit dem Deutschen Tanzpreis werden in Trägerschaft des Dachverbandes Tanz Deutschland e.V. und
in Kooperation mit der Theater und Philharmonie Essen GmbH herausragende Persönlichkeiten des Tanzes in Deutschland geehrt – ganz gleich, ob sie auf oder hinter der Bühne, in Pädagogik,
Publizistik, Wissenschaft oder anderen Bereichen des Tanzschaffens wirksam waren und sind. Zudem werden Interpret*innen, Ensembles und Projekte in der Tanzlandschaft für zukunftsorientierte Initiativen, modellhafte Konzepte oder außergewöhnliche Produktionen belobigt.

Am 28. Januar hat die Jury des Jahres 2019 die Preisträger*innen gewählt. Den mit 20.000 Euro
dotierten Deutschen Tanzpreis 2019 erhält der Fotograf Gert Weigelt. Seine Bilder trugen in den 70er und 80er Jahren zum publizistischen Durchbruch des deutschen Tanztheaters bei und spiegeln bis heute die Formgebung der Choreograf*innen und die Ausdrucksstärke der Tänzer*innen idealtypisch wider. Für signifikante Entwicklungen im zeitgenössischen Tanz werden das Schaffen der Tanz- und Videokünstlerin Jo Parkes sowie der Tänzerin und Choreografin Isabelle Schad mit jeweils 5.000 Euro gewürdigt.

HOCHKARÄTIGE GALA ZUR PREISVERLEIHUNG
Das Programm der zweitägigen Veranstaltung ist ein Glanzlicht sowohl für die Freund*innen der Tanzkunst als auch für die deutsche und europäische Tanzszene. Die Gala zur Verleihung des Deutschen Tanzpreises am Samstag, 19. Oktober, 18 Uhr im Aalto-Theater nimmt – wie es bereits in den letzten Jahrzehnten Markenzeichen des Preises war – künstlerische Beiträge unter Bezugnahme auf die Arbeit der Preisträger*innen in den Fokus und bietet dem Publikum ein facettenreiches Programm mit internationalen Gästen. Mit dem Staatsballett Berlin, dem Ballett am Rhein Düsseldorf-Duisburg und dem Bayerischen Junior Ballett München, mit Lutz Förster, Marlúcia do Amaral, Iana Salenko und Daniil Simkin werden Kompanien und Tänzerpersönlichkeiten von Weltrang präsentiert und mit Choreografien von George Balanchine, Martin Schläpfer, Isabelle Schad, Laurent Goldring, Sharon Eyal und Xin Peng Wang wird der Bogen von der Neoklassik über Tanztheater und Moderne bis zum freien zeitgenössischen Tanz geschlagen.

Inspiriert ist die Dramaturgie des Abends auf der einen Seite von den künstlerischen Partnerschaften, die prägend waren und sind für die Biografie von Gert Weigelt, auf der anderen Seite von dem Anspruch, die große Bandbreite der hiesigen Tanzlandschaft abzubilden. So wird auch die Arbeit von Jo Parkes in sozialen und partizipativen Projekten multimedial auf der Bühne und per Video- Installation im Foyer vorgestellt. Im Mittelpunkt des Abends steht die Übergabe der höchsten Auszeichnung, die der Tanz in Deutschland zu vergeben hat. Die Laudatio auf Gert Weigelt hält Thomas Thorausch vom Deutschen Tanzarchiv Köln. Im Anschluss werden auch Isabelle Schad und Jo Parkes die Urkunden zu ihren Auszeichnungen auf der Bühne erhalten.

DAS PROGRAMM DER GALA IM EINZELNEN:

IM WALD
Tanzstück von Xin Peng Wang
Musik: Camille Pépin
Choreografie: Xin Peng Wang
Performance: Bayerisches Junior Ballett München
Die Komposition speist sich aus den Energiequellen der tibetanischen Weltanschauung, die von
musikalischer Dynamik bis zu metaphysischer Klanglichkeit reichen. Das energetische Prinzip Pépins
greift Xin Peng Wang auf und destilliert daraus die Bewegungssprache seiner Kreation. Das Unterholz,
Synonym des kreatürlich Unbewussten, wird für ihn zum Biotop eines zivilisatorischen
Entwicklungsprozesses, dem das innere Spannungsverhältnis von Individuum und Gesellschaft
zugrunde liegt.

RUBIES
Ballett von George Balanchine (aus „Jewels“)
Musik: Igor Strawinsky (Capriccio für Klavier und Orchester, 1929)
Choreografie: George Balanchine
Performance:
Iana Salenko und Daniil Simkin, Solist*innen und Corps de ballet des Staatsballetts Berlin
Essener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Robert Reimer
Vital und athletisch, voller Energie und augenzwinkernder Lebensfreude: eine buchstäblich brillante
Tanzkomposition, die international Eingang ins Repertoire gefunden hat. Balanchine hat das Ballett
mit seinem puristischen Tanzstil in die Moderne geführt und ist mit seinem Geschmack zu einer
Stilikone der Neoklassik geworden. Virtuos spielt er mit dem Können der Tänzer, dem Flair der
Ballerina, mit Struktur und Stimmung der Musik. Understatement und Eleganz sind die
Markenzeichen seiner Handschrift.

RAMIFICATIONS
Tanzstück von Martin Schläpfer
Musik: György Ligeti
Choreografie: Martin Schläpfer
Performance: Marlúcia do Amaral (Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg)
Zu Ligetis gleichnamigem Orchesterwerk lässt der Choreograf die Tänzerin eine Architektur der Linien
und Kurven erschaffen, kreiert imaginäre Räume. Ihr Körper wächst weit über seine eigentliche Größe
hinaus, wirkt gestreckt, wie verlängert – und dann auch wieder ganz klein. Höchste technische
Anforderungen transformieren sich für den Betrachter in eine paradoxe Leichtigkeit. Bekanntes
erscheint als Fremdes und umgekehrt: der Ausdruck einer Sehnsucht nach anderen Zuständen.

COLLECTIVE JUMPS / COLLECTIVE JUMPS (EXCERPTS)
Projekt von Isabelle Schad und Laurent Goldring
Sound: Damir Simunovic
Choreografie: Isabelle Schad und Laurent Goldring
Performance: Juan Corres Benito, Frederike Doffin, Naïma Ferré, Jasmin Ihrac, Przemyslaw Kaminski,
Roni Katz, Mathis Kleinschnittger, Inna Krasnoper, Manuel Lindner, Jan Lorys, Dorota Michalak, Julia
Rodriguez, Claudia Tomasi, Nir Vidan, Sunniva Vikør Egenes, Natalia Wilk
In ihrer Arbeit „Collective Jumps“ setzt sich Isabelle Schad mit der Utopie der Gemeinschaftsbildung im
Tanz auseinander. In Zusammenarbeit mit dem Künstler Laurent Goldring untersucht die Choreografin
mit einer Gruppe von 16 Tänzer*innen, welche Möglichkeiten sich in der Beziehung zwischen Form und
Freiheit ergeben. Wichtige Fragestellung: Kann die Herstellung eines unendlichen, vereinten,
monströsen Körpers ein Ort des kulturellen Widerstands sein?

HALF LIFE
Tanzstück von Sharon Eyal und Gai Behar
Musik: Ori Lichtik
Choreografie: Sharon Eyal / Co-Choreografie: Gai Behar
Performance: Tänzerinnen und Tänzer des Staatsballetts Berlin
Sharon Eyal ist eine israelische Choreografin und zählt zu den führenden Protagonistinnen der
zeitgenössischen Tanzszene dieser Tage. Eindeutig von der legendären Batsheva Dance Company
geprägt, fordern ihre Kreationen die Körperlichkeit der Tänzerinnen und Tänzer heraus, um einen
individuellen Ausdruck zu erreichen. Die Sogwirkung dieser Arbeit ergibt sich auch aus der Musik, die
während des choreografischen Prozesses entstanden ist und weiterentwickelt wurde.

Künstlerische Leitung: Prof. Martin Puttke, Vorsitzender der Jury
Organisatorische Leitung: Tobias Ehinger

Tickets sind erhältlich über das TicketCenter der Theater und Philharmonie Essen, Tel. 0201/8122200 oder tickets@theater-essen.de.