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22.09.2021

Nachhaltiger Neustart der Kultur

Für einen nachhaltigen Neustart der Kultur: Förderung neu denken und Planungssicherheit schaffen

Nach drei Tagen des intensiven und konstruktiven Austauschs endete am 16. September das Bundesforum 2021. Rund 500 Teilnehmer*innen aus Politik, Kunst- und Förderpraxis kamen zum Dialog und zur gemeinsamen Bestandsaufnahme der Folgen der Pandemie im Radialsystem Berlin und digital auf bundesforum.art zusammen. Fazit: Der Neustart der Kultur ist auf einem guten Weg, braucht aber eine nachhaltige Perspektive und substantielle Stabilisierung in der nahen und mittelfristigen Zukunft.

Was braucht die Kunst in und nach der Krise? – Um diese Ausgangsfrage kreisten Podiumsdiskussionen mit Vertreter*innen aus Kunst und Politik, wissenschaftliche Analysen und Impulsvorträge. Vertiefende Diskussionen in themenspezifischen Arbeitsgemeinschaften suchten Antworten auf Fragen nach z. B. veränderten Produktions- und Arbeitsbedingungen, dem Zusammenspiel von Förderinstrumenten und der Förderarchitektur von Bund, Ländern und Kommunen sowie Aspekten der Nachhaltigkeit, der Diversität und der Qualifizierung. Mit den getroffenen Maßnahmen haben die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, aber auch die Länder und Kommunen ein breites Netz ausgelegt, um die Freien Darstellenden Künste zu stabilisieren und ein Arbeiten auch weiterhin zu ermöglichen. Um ihrer fundamentalen Bedeutung für die Gesellschaft gerecht zu werden, brauchen die Freien Darstellenden Künste aber auch weiterhin Planungssicherheit und Perspektive, um den Neustart der Kultur nachhaltig abzusichern.

Holger Bergmann, Geschäftsführer des Fonds Darstellende Künste, fasst zusammen, dass „die Freien Darstellenden Künste in Abstimmung von Bund, Ländern und Kommunen auf Grund ihres bundesländerübergreifenden Charakters Bundesmittel in verstärkter Form benötigen. Eine solche nachhaltige Stärkung ist notwendig, damit die entsprechenden Interessensvertretungen langfristig Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen umsetzen können, damit die Netzwerke ihre bundesweiten bzw. internationalen Kooperationen weiter ausbauen und verstetigen, damit Wissenstransfer und Austausch gewährleistet werden. Darüber hinaus, das haben die Gespräche während des Bundesforums immer wieder verdeutlicht, muss die Förderung von Residenzen, Arbeitsprozessen und Wiederaufnahmen integraler Bestandteil der Förderlandschaft werden. Diese Maßnahmen gilt es mit den jetzt agierenden Akteur*innen – u. a. dem Bundesverband Freier Darstellender Künste, dem Bündnis internationaler Produktionshäuser und dem Fonds Darstellende Künste – auf den Weg zu bringen, denn mit ihnen stehen professionelle Strukturen für diese Aufgaben zur Verfügung. Was fehlt, sind langfristig ausreichende Mittel!“

Der Geschäftsführer des Bundesverbands Freie Darstellende Künste, Helge-Björn Meyer, zieht folgendes Fazit: „Während des Bundesforum 2021 haben die politischen Entscheidungsträger*innen ganz klar die besondere Relevanz der Freien Darstellende Künste für die Gesellschaft betont. Bund, Länder und Kommunen haben auch über die Pandemie hinaus ihre Absicht zum abgestimmten, gemeinschaftlichen Handeln erklärt. Ein starkes Signal, dem angesichts der nach wie vor angespannten Situation der vielen Soloselbständigen aber auch Institutionen und Strukturen der Freien Darstellenden Künste unbedingt Taten folgen müssen. Für ein mehr an Sicherheit und Absicherung braucht es die Mittel, die Perspektiven auch weiterhin schaffen und absichern. Stabilität sichert Flexibilität.“

Zum Abschluss des Bundesforums diskutierten Vertreter*innen von Interessensverbänden der Kunst und Einrichtungen der Förderung Ergebnisse und Handlungsempfehlungen der vergangenen Veranstaltungstage und zu erwartende politische wie strukturelle Entwicklungen der Zukunft. Amelie Deuflhard, Intendantin von Kampnagel in Hamburg, fasst die Ergebnisse des Bundesforum aus Sicht des Bündnisses Internationaler Produktionshäuser als bundesweit agierendem und gefördertem Netzwerk wie folgt zusammen: „Mit Neustart Kultur und hier insbesondere #TakeThat und #TakeHeart des Fonds sind nicht nur wichtige und schier überfällige Schritte für die Verbesserung und Verstetigung der Arbeit in den Freien Darstellenden Künsten begangen, sondern auch vorbildhafte Impulse für eine zukunftsgerichtete Förderpolitik gesetzt worden. Es sind Prozesse in Gang gesetzt worden, die nicht mehr umkehrbar sind. Damit wir als Produktionshäuser dem Auftrag der internationalen und bundesweiten Sichtbarkeit von Freier Darstellender Kunst und der Arbeit der Künstler*innen gerecht werden können, braucht es Reformen, Weiterentwicklungen, Ausbau und Verstetigungen dieser Innovationen – gerne im gemeinsamen Dialog und mit geteiltem Wissen.“

Alle Veranstaltungen sind auf www.bundesforum.art umfassend dokumentiert und „on demand“ abrufbar. Weitere Einblicke bieten auch die Beiträge von Elena Philipp und Georg Kasch auf dem Bundesforum-Blog.